Sniper vs. Shotgun Outreach: Die Zukunft des Linkbuildings
Die Zukunft des Linkbuildings: Über 700 hochwertige Outreach Backlinks für 7 Projekte in nur 12 Monaten. » Hier lernst du wie es geht!
Outreach: In den letzten 12 Monaten habe ich für 7 Projekte insgesamt über 700 hochwertige Outreach Backlinks akquiriert.
Mein zeitlicher Aufwand lag dabei bei ca. 5-8 Stunden pro Monat und Projekt, und ich musste mich nicht mit minderwertigen Backlinks (etwa aus Linkfarmen) zufriedengeben.
Mein monetärer Einsatz lag im Durchschnitt bei 200€ pro Backlink. Möglich wurde das mit einer Methode, die ich Shotgun Outreach nenne.
Kurz gesagt: Du sammelst zuerst viele themenrelevante Seiten, filterst sie sauber, findest die passenden Ansprechpartner und schreibst sie in gestaffelten Wellen mit individualisierten Mails an. Bearbeiten musst du nur die Antworten. So bin ich pro Projekt auf rund 10-15 hochwertige Outreach Backlinks pro Monat gekommen. Wie das Schritt für Schritt läuft, wo die Methode an Grenzen stößt und was du rechtlich beachten musst, steht in diesem Artikel.
Wenn du auf Theorie verzichten kannst, springe direkt zu den Case-Studies am Ende. Wie ich das System für einen Shop einsetzen würde, steht im Artikel zu Outreach für Online-Shops.
Du willst dir die Arbeit sparen und eine Kampagne umsetzen lassen? Dann buche ein kostenloses 30-Minuten-Strategiegespräch.
01 Wie bekomme ich gute Backlinks?
Die Rechnung ist simpel: Du hast guten Content auf deiner Seite, schreibst die richtigen Webmaster mit passenden Artikeln aus deiner Nische an, und mit etwas Glück verlinken sie dich. Das ergibt einen relevanten und damit starken Backlink.
In der Praxis scheitert es an zwei Punkten. Die meisten wissen nicht, wo sie themenrelevante Seiten finden, die sie anschreiben können. Und sie stecken bei Suche und Verhandlung viel zu viel Zeit und Geld in einzelne Links, sodass sich das Ganze nicht mehr rechnet.
Genau mit diesen beiden Problemen bin ich gestartet. Daraus ist über zwei Jahre ein semi-automatisierter Outreach-Prozess entstanden. Bevor ich ihn zeige, kurz zur Frage, was einen guten Backlink überhaupt ausmacht.

Was sind gute Backlinks?
Ein Backlink ist besonders wertvoll, wenn er thematisch zu deiner Seite passt und von einer starken Domain kommt. Im Idealfall verlinkt dich eine in deiner Nische bekannte Autorität.
Was bedeutet Relevanz bei einem Backlink?
Bei der Relevanz schaue ich auf zwei Ebenen: den Artikel, der verlinkt, und die Domain insgesamt.
Für eine Hundeseite ist ein Link ideal, wenn die ganze Domain offensichtlich um Hunde geht. Auch ein Hunde-Artikel auf einem allgemeinen Haustierportal ist noch sehr gut. Schwierig wird es bei einem Artikel über Fische auf einer Anglerseite. Und was ist mit einem Hunde-Artikel auf einem reinen Katzenportal? Da wird die Einordnung schon Ermessenssache.
Ein paar Prüffragen helfen mir dabei:
- Würde ein Leser des Artikels sich tatsächlich für dein verlinktes Angebot interessieren?
- Rankt die Seite selbst für Suchbegriffe aus deiner Nische?
- Steht der Link redaktionell im Text und nicht in einer Link-Sammlung am Seitenende?
Warum ich die Relevanz über die Suchergebnisse bestimme, zeige ich in Schritt 1.
Was bedeutet Autorität bei einem Backlink?
Autorität heißt, dass jemand in einem Bereich sehr angesehen ist. Bei Suchmaschinen zeigt sich das vor allem daran, dass eine Domain selbst viele Backlinks von anderen Seiten hat. Ein Link von so einer Seite wiegt entsprechend mehr.
Tools wie Ahrefs fassen das in einer eigenen Kennzahl zusammen, bei Ahrefs ist das der DR (Domain Rating). Das ist eine Schätzung des Tool-Anbieters, kein Wert, den Google verwendet. Als grober Filter taugt er trotzdem, solange du ihn nicht als Wahrheit behandelst. Eine kleine, aber thematisch exakte Seite mit DR 15 kann für dich mehr bringen als ein Allgemeinportal mit DR 70.
Die Kunst besteht darin, Relevanz und Autorität zu verbinden. Der Weg dahin ist E-Mail Outreach.
02 Backlinks erhalten mit E-Mail Outreach
Die besten Backlinks kannst du nur selten oder gar nicht kaufen. Wer schon einmal Links einkaufen wollte, kennt das Muster: Egal, welchem Linkverkäufer man schreibt, man bekommt gefühlt immer dieselben sieben Seiten angeboten, nur die Preise unterscheiden sich, teils um über 100 %.
Deshalb schreibe ich die gewünschten Zielseiten direkt an und bitte um eine Verlinkung. E-Mail Outreach heißt: Ich suche mir eine themenrelevante Seite, von der ich einen Link möchte, und kontaktiere den Betreiber selbst.
Von Hand und einzeln ist das der „Sniper Outreach Approach“. Er ist präzise, aber langsam. Der „Shotgun Outreach Approach“ ist der Gegenentwurf: deutlich weniger Zeit pro Link, dafür mehr Vorbereitung vorab. Der Unterschied im Überblick:
| Kriterium | Sniper Outreach | Shotgun Outreach |
|---|---|---|
| Vorgehen | Zielseite einzeln recherchieren, Mail einzeln schreiben | Viele Seiten sammeln, filtern, in Wellen mit Templates anschreiben |
| Zeitaufwand pro Kontakt | hoch | gering, Aufwand fällt vor allem bei Antworten an |
| Skalierbarkeit | schlecht | gut |
| Abdeckung der Nische | meist nur die offensichtlichen Seiten | deutlich breiter |
| Personalisierung | vollständig individuell | über Felder und Segmente, nie ganz so tief |
| Risiko | gering | Spam-Eindruck und Zustellprobleme, wenn schlampig umgesetzt |
| Sinnvoll für | wenige, sehr wertvolle Ziele (z. B. Fachmagazine, Verbände) | breiten Linkaufbau in einer Nische |
Beide Ansätze schließen sich nicht aus. Für die fünf bis zehn wichtigsten Wunschseiten in einer Branche würde ich weiterhin einzeln und persönlich schreiben. Für die Breite lohnt sich der Shotgun-Ansatz.

Backlinks erhalten mit der Sniper Outreach Methode
Der Sniper-Ansatz ist der klassische Weg: Du recherchierst eine Zielseite, suchst die E-Mail-Adresse im Impressum, schreibst eine individuelle Mail und schickst sie ab. Das ist keine hohe Kunst, und es wird täglich tausendfach gemacht. Dazu kommen diese Nachteile:
- Du investierst sehr viel Zeit, bevor du überhaupt eine Antwort bekommst, geschweige denn einen Link.
- Die Methode ist schlecht skalierbar. Wer im großen Stil arbeitet, zahlt entsprechend viel.
- Du schreibst immer dieselben Seiten an, die auch deine Konkurrenz längst gefunden hat. Die interessanten Fundstellen liegen oft woanders.
- Du kannst nie sicher sein, dass eine angeschriebene Seite wirklich themenrelevant ist.
- Du erreichst nie alle Seiten einer Nische. Nach dem Pareto-Prinzip findest du schnell die ersten 80 %, die letzten 20 % kosten unverhältnismäßig viel Zeit.
Hinzu kommt: Wer versucht, Sniper-Outreach zu skalieren, endet meist bei unpersönlichen, irrelevanten Massenmails. Das Ergebnis kennt jeder Webmaster aus seinem Postfach, und die Quote entsprechender Mails ist entsprechend schlecht.
Ich bin mit denselben Problemen gestartet und habe mich gefragt, ob es nicht anders geht: erst Daten sammeln, priorisieren und dann gemeinsam verschicken. So bin ich beim Shotgun-Ansatz gelandet. Er ermöglicht günstige Backlinks aus relevanten Blogs direkt vom Webmaster, mit weniger Aufwand und bei gleichbleibender Qualität.
03 Effizientes Linkbuilding mit der Shotgun Outreach Methode
Der Ablauf besteht aus vier Schritten, die ich weiter unten einzeln erkläre:
- Viele Domains mit relevanten Inhalten sammeln (scrapen)
- Daten priorisieren und sortieren, Duplikate entfernen
- E-Mail-Adressen aus den Impressumsseiten ermitteln
- Outreach-Mails gesammelt, aber mit Individualisierung versenden
Woher kommt die Zeit- und Kostenersparnis? Ich investiere einmal relativ viel Arbeit, danach sucht und priorisiert meine Software die Seiten und verschickt die Mails. Ich kümmere mich nur noch um die Antworten.
Der Großteil meiner Arbeit fällt also erst an, wenn jemand Interesse zeigt oder Rückfragen stellt. Da von rund 90 % der Domains nie eine Antwort kommt, bearbeite ich den Großteil nie persönlich. Beim Sniper-Ansatz hätten genau diese Kontakte den meisten Aufwand verursacht.
Als Richtwert aus der Branche: Pitchbox und Backlinko haben 2019 rund 12 Millionen Outreach-Mails ausgewertet und kamen auf eine durchschnittliche Antwortquote von 8,5 %. Personalisierte Betreffzeilen und Mailtexte schnitten dort besser ab, ebenso Mails mit Nachfassen (Backlinko, 2019). Die Studie ist alt und bildet englischsprachiges Outreach ab, taugt also nur als grobe Orientierung für den deutschen Markt.
Außerdem bekomme ich den Preis vom Webmaster selbst, ohne Zwischenhändler. Je nach Qualität der Inhalte auf deiner oder der Kundenseite wirst du manchmal sogar kostenlos verlinkt.
Weitere Vorteile:
- Geringer Aufwand dank Automatisierung von Datenverarbeitung und Mailversand
- Gute Skalierbarkeit, weil der Prozess standardisiert ist
- Niedrige Linkkosten durch direkten Kontakt
- Hohe Relevanz, wenn die Domains aus der richtigen Quelle stammen (siehe Schritt 1)
- Weniger Streuverlust, weil die Daten gefiltert sind
- Breite Abdeckung der Nische, wenn du sauber scrapest
Die Methode hat aber auch Grenzen, die ich nicht verschweigen will:
- Sie lohnt sich vor allem für Nischen mit vielen kleinen und mittleren Blogs und Fachportalen. In Branchen mit wenigen großen Medien ist Sniper Outreach oder digitale PR meist besser.
- Ohne Inhalte, die verlinkenswert sind, bleibt auch die beste Kampagne bei bezahlten Links hängen.
- Das Aufsetzen von Scraping, Filtern, Mailserver und Zustellbarkeit kostet echte Arbeit. Bei einem einzelnen Projekt mit zwei, drei Wunschlinks rechnet sich das nicht.
- Rechtlich ist Kaltakquise per E-Mail heikel (siehe eigener Abschnitt weiter unten).
Im Folgenden gehe ich die einzelnen Schritte durch.

Schritt #1: Die richtigen Domains scrapen
„Scraping“ bezeichnet das automatisierte Sammeln größerer Datenmengen aus dem Internet. Hier sammeln wir möglichst viele relevante Domains aus der Nische.
An diesem Schritt entscheidet sich schon, ob die Kampagne funktioniert. Wer für eine Hunde-Kampagne nur Katzenseiten einsammelt, bekommt keine oder kaum relevante Links.
Mein Ansatz: Ich sammle genau die Seiten, die selbst für deine Keywords ranken. Eine Domain, die bei Google für deine Suchbegriffe sichtbar ist, ist thematisch sehr wahrscheinlich nah an deiner Seite. Eine Garantie ist das nicht, deshalb folgt der Filterschritt. Als Quellen kommen neben den Google-Ergebnissen (verschiedene Keyword-Varianten, nicht nur das Hauptkeyword) auch die Backlinkprofile von Wettbewerbern in Frage, wie in Projekt #3 weiter unten.
Hier siehst du die ersten Seiten der Suchergebnisse für „Hundewelpen kaufen“:

So habe ich es teilweise geschafft, einen Link für einen Artikel zu bekommen, der für dasselbe Keyword rankt. Besser geht Relevanz kaum.
Mit einer großen Domainliste geht es weiter zum Filtern.
Schritt #2: Die richtigen Domains filtern und priorisieren
Dieser Schritt ist fast so wichtig wie der erste. Hier entscheidet sich, ob du Spam verbreitest oder gezielt die passenden Seiten auswählst. Ich habe mich für Letzteres entschieden.
Gefiltert werden vor allem Duplikate und Müll.
Duplikate müssen raus, weil eine Seite nicht zweimal angeschrieben werden darf. Das verärgert den Webmaster, und du bekommst garantiert keinen Link. Dabei behältst du pro Domain die URL, bei der die Chance auf einen Link am größten ist.
Zum Müll zählen Seiten, die du nie anschreiben solltest oder bei denen kein Outreach-Link möglich ist:
- Spam-Seiten mit Pharma-, Casino- oder Erotik-Inhalten
- Große Plattformen und Konzerne wie Facebook, bei denen niemand auf eine Mail reagiert
- Nicht erreichbare oder offensichtlich verlassene Seiten
- Foren, bei denen du keinen Webmaster ansprichst, sondern ohnehin anders vorgehen müsstest. Wie das geht, steht im Artikel zu Forenlinks.
- Seiten von Wettbewerbern, die du gar nicht anschreiben willst
Ein Beispiel für die Filter aus meiner Software:

Zusätzlich lohnt sich ein Qualitätscheck der verbleibenden Domains, auch wenn er Zeit kostet. Bei Stichproben würde ich auf folgende Dinge achten:
- Gibt es echten, regelmäßig aktualisierten Content?
- Hat die Seite organischen Traffic oder ist sie bei Google praktisch unsichtbar? Letzteres ist ein Warnsignal.
- Sind schon massenhaft bezahlte Gastbeiträge oder „Sponsored“-Artikel zu sehen?
- Passt die Sprache zur Zielgruppe (deutsche Seite für deutsche Kunden)?
Wenn dir das ab hier zu aufwendig wird und du lieber eine fertige Kampagne möchtest, schreib mir gerne eine Nachricht.
Nach dem Filtern bleiben einige hochrelevante, saubere Domains übrig, die jeweils nur einmal in der Liste stehen. Fehlen noch die E-Mail-Adressen.
Schritt #3: Automatisiert die richtigen E-Mail-Adressen finden
Entweder gehst du die Liste händisch durch und suchst jeweils die Adresse aus dem Impressum heraus, oder du nutzt wieder eine Automatisierung. Aus Zeit- und Kostengründen habe ich mich für Letzteres entschieden.
Ich habe die Domainliste in die Software E-Mail Grabber hochgeladen und wenige Stunden später eine große Liste gefundener Adressen erhalten. Das Tool muss richtig eingestellt sein, sonst suchst du dich buchstäblich tot:

Bei der Zuordnung zu den Domains kommt es darauf an, welche Adresse du nimmst. Eine Mail an [email protected] oder [email protected] hat eine deutlich höhere Erfolgswahrscheinlichkeit als an [email protected] oder [email protected]. Intern weitergeleitet wird kaum etwas. Die meisten löschen die Mail direkt, weil ohnehin zu viele Nachrichten eintreffen.
Eine sinnvolle Rangfolge: persönliche Adresse des Betreibers oder Redakteurs (laut Impressum oder Autorenseite), dann Redaktions- oder Kontaktadresse, zuletzt info@. Adressen mit Zweckbindung wie datenschutz@, abuse@ oder bewerbung@ fliegen raus.
Wichtig: Prüfe die Adressen vor dem Versand mit einem Verifizierungsdienst. Viele Domains aus alten Suchergebnissen sind verwaist, und eine hohe Bounce-Rate schadet deiner Absenderreputation.
Am Ende dieses Schritts steht eine Liste mit einigen tausend sauberen Datensätzen und der passenden Adresse. Jetzt kann der Versand beginnen.
Schritt #4: Automatisiertes Versenden individueller Outreach-Mails
Jetzt geht das eigentliche Outreach los. Auch hier könntest du jede Mail einzeln schreiben. Oder du nutzt eine Automatisierung, wie ich es tue.
Ideal ist ein Template, das an den richtigen Stellen individualisiert ist, sodass die Mail für den Empfänger wirkt, als sei sie nur für ihn geschrieben. Das geht über individuelle Felder für Anrede, Domain, den konkreten Artikel oder ein passendes Detail. Wirklich überzeugend wird es mit einem konkreten Anlass: ein bestimmter Artikel, zu dem du eine sinnvolle Ergänzung hast.
Was in eine gute Outreach-Mail gehört
- Ein konkreter Bezug auf einen bestimmten Artikel oder eine Seite des Empfängers
- Ein klarer Mehrwert für den Empfänger: eine Ergänzung, eine aktuelle Zahl, ein Tool, ein Hinweis auf einen toten Link
- Ein einziges Anliegen, in wenigen Sätzen
- Ein ehrlicher Absender mit Name, Firma und Impressum in der Signatur
- Eine einfache Möglichkeit, weitere Mails abzulehnen (siehe rechtlicher Abschnitt)
Schlecht funktionieren dürften Mails, die nur sagen „Ich habe Ihre Seite gefunden, würden Sie uns verlinken?“, und Mails mit Betreffzeilen in Großbuchstaben oder mit Reklame-Vokabular.
Gestaffelt versenden
Verschicke die Mails nicht auf einmal, sonst hast du sofort hunderte Antworten und ein überlaufendes Postfach. Gestaffelt kann zum Beispiel heißen: 50 Mails pro Werktag. So bleibt Zeit, die täglich neuen Antworten zu bearbeiten. Ich versende meistens in 100er-Schritten pro Woche.
Als Versandprogramm eignen sich Mautic oder Sendy. Beide rechnen nicht nach Kontaktzahl ab wie die meisten Newsletter-Tools. Außerdem lassen sich Merkmale entfernen, die auf einen automatischen Versand hindeuten. Wie das in Sendy aussieht:

Zustellbarkeit: SPF, DKIM und DMARC
Stelle sicher, dass SPF, DKIM und DMARC in deinem DNS korrekt gesetzt sind. Sonst landest du schnell im Spam, und der schönste Verteiler bringt nichts.
Seit 2024 gelten bei Gmail verschärfte Regeln. Laut den Absenderrichtlinien von Google brauchen alle Absender SPF oder DKIM. Wer mehr als 5.000 Mails pro Tag an Gmail-Adressen schickt, muss zusätzlich DMARC einrichten und in Marketing-Mails einen Abmeldelink mit One-Click-Unsubscribe anbieten. Die Spam-Rate in den Postmaster Tools soll unter 0,30 % bleiben, Google empfiehlt sogar unter 0,10 %. Mit 50 bis 100 Mails pro Tag bist du weit von der 5.000er-Grenze entfernt. SPF, DKIM und DMARC solltest du trotzdem sauber einrichten, weil Empfängerserver generell darauf achten.
Ein paar praktische Punkte, die ich beachte:
- Nicht von der Hauptdomain des Kunden senden, sondern von einer eigenen Absenderdomain, damit die Reputation der Firmenmails geschützt bleibt.
- Neue Domains und Postfächer zunächst mit wenigen Mails pro Tag betreiben und langsam steigern.
- Bounces und Spam-Beschwerden beobachten und bei Auffälligkeiten sofort pausieren.
- Nachfassen: eine kurze Erinnerung nach etwa einer Woche, danach Schluss. Backlinko/Pitchbox fanden 2019, dass Mails mit Nachfass-Nachricht mehr Antworten bekamen (Quelle). Mehr als ein bis zwei Erinnerungen wirken aufdringlich.
Wenn alles sauber aufgesetzt ist, bekommst du laufend Angebote und Kooperationsmöglichkeiten von relevanten Seiten, ohne ständig neue Seiten zu suchen und einzeln anzuschreiben.
Wenn dir das Aufsetzen zu viel Arbeit ist: Ich kann das System mit meinen Erfahrungen aus den letzten Jahren für dich einsetzen, also Daten scrapen, filtern und die Mails versenden. Schreib mir dazu eine Nachricht.
04 Antworten bearbeiten und Preise verhandeln
Nach dem Versand beginnt der Teil, der in meinem System die meiste manuelle Zeit kostet. Die Antworten lassen sich grob in vier Gruppen einteilen:
| Antwort | Was ich tue |
|---|---|
| Kostenlose Verlinkung zugesagt | Zielseite und Ankertext abstimmen, Link nach Veröffentlichung prüfen |
| Preisangebot für Gastbeitrag oder Linkplatzierung | Seite und Artikel prüfen, Preis vergleichen, Link ggf. mit rel="sponsored" kennzeichnen lassen (siehe nächster Abschnitt) |
| Rückfrage zu Inhalt oder Kooperation | Kurz und konkret antworten, Alternative anbieten |
| Ablehnung oder Abmeldewunsch | Sofort aus der Liste nehmen, nie wieder anschreiben |
Bei Preisangeboten vergleiche ich den Preis mit dem, was die Seite wert ist: organischer Traffic, Themenrelevanz, Qualität der bestehenden Beiträge. Ein Link auf einer Seite ohne Traffic ist auch für 30 € zu teuer.
05 Google-Richtlinien und rechtliche Grenzen
Beides gehört zu einer Kampagne dazu, auch wenn es selten erwähnt wird.
Was Google zu gekauften und massenhaft erzeugten Links sagt
Laut den Spam-Richtlinien von Google Search Central gelten unter anderem als Linkspam: Links kaufen oder verkaufen, um das Ranking zu beeinflussen, übermäßiger Linktausch und der Einsatz automatisierter Programme, die Links auf deine Seite erzeugen. Bezahlte Links sind kein Verstoß, wenn sie mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" gekennzeichnet sind.
Für dich heißt das:
- Wenn ein Webmaster Geld für den Link verlangt, sollte der Link als „sponsored“ ausgezeichnet sein oder du nimmst das Risiko bewusst in Kauf. Manche Webmaster lehnen das ab, dann ist das Angebot eigentlich ein Kauf von Ranking-Einfluss.
- Automatisiert ist bei mir die Vorbereitung und der Versand der Mails. Die Links entstehen nicht automatisch, sondern durch redaktionelle Entscheidungen der Webmaster. Auch das sollte so bleiben. Alles, was selbst Links erzeugt (Kommentarspam, Profile, Verzeichnis-Massenanmeldungen), ist etwas anderes.
- Üblicherweise werden Spam-Links nach allem, was öffentlich bekannt ist, einfach nicht gewertet. Eine manuelle Maßnahme ist möglich, aber seltener. Wie streng einzelne Verstöße tatsächlich behandelt werden, lässt sich von außen nicht sicher sagen.
Ist Kaltakquise per E-Mail erlaubt?
Ich bin kein Jurist, das hier ist keine Rechtsberatung. Aber die Lage lässt sich in Grundzügen erklären, und sie ist für Outreach relevant.
Nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG gilt Werbung per elektronischer Post ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten stets als unzumutbare Belästigung. Eine Ausnahme für Bestandskunden regelt § 7 Abs. 3 UWG, sie greift bei einer Outreach-Mail an eine fremde Seite normalerweise nicht. Die „mutmaßliche Einwilligung“ spielt bei Werbeanrufen im B2B-Bereich eine Rolle, bei E-Mails sehen die gängigen Ratgeber sie nicht als ausreichend an.
Ob eine Outreach-Mail mit der Bitte um einen Link als „Werbung“ gilt, ist im Einzelfall zu bewerten, und mir ist keine gesicherte höchstrichterliche Entscheidung dazu bekannt. Wer rein vorsichtig sein will, geht vom Schlimmsten aus. Das bedeutet in der Praxis:
- Eine Mail, die ein echtes redaktionelles Anliegen enthält (etwa einen Hinweis auf einen veralteten Beitrag oder ein ergänzendes Fachthema), ist weniger angreifbar als eine Mail, die offen eine Linkplatzierung verkauft oder einkauft.
- Du brauchst ein vollständiges Impressum in der Signatur und eine klare Möglichkeit, weitere Mails abzulehnen. Abmeldungen setzt du sofort um.
- Datenschutz (DSGVO) kommt dazu: Du verarbeitest personenbezogene Daten, sobald die Adresse einer Person zugeordnet werden kann. Informationspflichten und ein dokumentiertes berechtigtes Interesse gehören dazu. Mit der Aussage „datenschutzkonform“ wäre ich vorsichtig, solange das nicht ein Anwalt für den konkreten Prozess geprüft hat.
- Bei Kundenprojekten klärst du die Verantwortung vor dem Start schriftlich: Wer sendet, in wessen Namen, mit welcher Absenderdomain?
Wenn du Outreach professionell und regelmäßig betreibst, lohnt sich eine einmalige Prüfung durch einen Anwalt für Wettbewerbs- oder Datenschutzrecht. Das kostet weniger als eine einzige Abmahnung.
06 3 Case-Studies: Meine Ergebnisse mit dem Outreach System
Ich habe das System über mehr als zwei Jahre entwickelt, angepasst und optimiert und damit inzwischen mehr als 20 Projekte betreut. Drei Beispiele zeigen, was dabei herauskam. Die Zahlen stammen aus meinen eigenen Projektauswertungen und sind nicht unabhängig geprüft. Jede Nische und jedes Budget sieht anders aus, du kannst die Werte also nicht eins zu eins übertragen.
Projekt #1 im Nahrungsergänzungsmittelbereich
Für einen Hersteller von Aminosäuren habe ich in 5 Monaten insgesamt 30 Backlinks mit DR zwischen 10 und 65 akquiriert. Die Gesamtkosten betrugen 2.928,75 € (ohne Kosten für Content).
Damit kostete ein Backlink weniger als 100 €, bei einem monatlichen Zeitaufwand von maximal 20 Stunden.
So sieht die Kurve der Referring Domains bei diesem Kunden aus:

Die Keywords haben sich in dieser Zeit so entwickelt:

Auffällig fand ich, dass das Projekt vor allem im Long-Tail-Bereich viele Rankings gewonnen hat. Das habe ich auch bei weiteren Projekten beobachtet. Mein Schluss daraus: Hochrelevante Content-Edit- und Gastbeitrags-Links stärken vor allem die thematische Relevanz einer Domain und damit Long-Tail-Keywords. Das ist meine Beobachtung, kein belegter Kausalzusammenhang, denn in dieser Zeit haben sich auch Content und andere Faktoren verändert.
Projekt #2 im Umzugsbereich
Für ein Umzugsportal habe ich letztes Jahr über 12 Monate Outreach gemacht. Das Ergebnis waren 72 Backlinks zwischen DR 2 und 70, bei Gesamtkosten von 4.891,98 € (ohne Content). Das ergibt durchschnittlich 67,95 € pro Backlink bei einem Zeitaufwand von ca. 22,5 Stunden pro Monat.
Auch hier die Kurve der Referring Domains:

Spannend fand ich, wie sich regelmäßig gesetzte, relevante Links zusammen mit gutem Content auf das Projekt ausgewirkt haben. Die Spanne von DR 2 bis 70 zeigt, dass die Qualität der einzelnen Links sehr unterschiedlich war.
Projekt #3 im Finanzbereich
Ein befreundeter SEO gab mir die Backlinks seiner Konkurrenz und meinte, wir sollten die mal filtern und anschreiben. Er vermutete, dass die Konkurrenz viele Links kauft, und wollte eine Liste mit Portalen, bei denen das möglich ist.
Am Ende hatte er aus den Antworten seiner Kampagne eine Liste mit über 280 Portalen, bei denen er seitdem für seine Kunden direkt und günstig beim Webmaster Links buchen kann, ohne Aufschläge von Zwischenhändlern.
Ein ungewöhnlicher, aber gelungener Einsatz, denn er zeigt, dass Outreach auch zur Marktrecherche taugt.
07 Checkliste vor dem Start
- Gibt es auf der Zielseite etwas, das einen Link wirklich verdient (Ratgeber, Studie, Tool, Datensatz)?
- Ist die Nische groß genug für Massen-Outreach, oder reichen zehn Einzelmails?
- Sind SPF, DKIM und DMARC gesetzt, und ist die Absenderdomain getrennt von der Hauptdomain?
- Sind Adressen verifiziert und ungeeignete Funktionsadressen aussortiert?
- Ist die Mail individuell genug und enthält Impressum und Abmeldemöglichkeit?
- Gibt es einen Plan für bezahlte Links (rel="sponsored") und ein Preislimit?
- Ist der Versand gestaffelt, und hast du Zeit, die Antworten innerhalb von ein bis zwei Tagen zu bearbeiten?
08 Häufige Fragen zu Outreach-Linkbuilding
Wie viele Backlinks bekomme ich pro 100 versendeten Mails?
Eine Zahl, die für alle gilt, gibt es nicht. Als Orientierung: Die Auswertung von Pitchbox und Backlinko (2019) ergab im Schnitt 8,5 % Antworten, wobei nicht jede Antwort zu einem Link führt (Quelle). Bei mir kam von rund 90 % der angeschriebenen Domains nie eine Antwort. Rechne also mit wenigen Links pro Hundert Mails und plane die Listen entsprechend groß.
Ist Shotgun Outreach Spam?
Nur wenn du es schlecht machst. Entscheidend sind die Qualität der Liste, die Relevanz deines Anliegens, die Individualisierung und die Menge pro Tag. Eine gefilterte Liste mit passendem Anliegen ist etwas anderes als wahllos verschickte Massenmails. Rechtlich bleibt Kaltakquise per E-Mail trotzdem ein Risiko, siehe den Abschnitt oben.
Darf ich für Backlinks bezahlen?
Google verbietet den Kauf von Links für Ranking-Zwecke, erlaubt aber bezahlte Links, die mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" gekennzeichnet sind (Google Search Central). Ohne Kennzeichnung riskierst du, dass der Link ignoriert oder im ungünstigen Fall eine manuelle Maßnahme verhängt wird.
Wann lohnt sich Sniper statt Shotgun?
Immer dann, wenn es nur wenige Wunschziele gibt und jeder einzelne Link viel wert ist: Fachverbände, Branchenmedien, bekannte Blogs. Dort zählt die persönliche Beziehung mehr als die Menge.
Reichen Backlinks allein, um zu ranken?
Nein. Backlinks wirken zusammen mit Inhalt, Technik und der Passung zur Suchintention. Gerade bei lokalen Suchen kommen weitere Signale hinzu, zum Beispiel Citations in Branchenverzeichnissen. Und für AI-Suchen spielen Erwähnungen eine zunehmende Rolle, dazu mehr im Artikel über Erwähnungen statt Links.
09 Nächster Schritt
Wenn du für dein Projekt oder deinen Kunden Outreach aufsetzen willst, schreib mir eine Nachricht oder buche ein kostenloses 30-Minuten-Strategiegespräch. Weitere Informationen zu E-Mail Outreach findest du auch auf outreach360.io.




